Alltag 00003

Inzwischen ist es hier fast schon so etwas wie eine Tradition 😉 – am ersten Wochenende des Monats gibt es einen Beitrag zum Projekt Alltag, das Ulli vom Café Weltenall ins Leben gerufen hat.

alltag-001-2018

Hintergründe und Details zu diesem Projekt sind in Ullis folgendem Beitrag beschrieben:
Alltag – Eine Idee

Für meinen dritten Alltags-Beitrag bleibe ich bei meiner alten Masche: etwas für mich Alltägliches so zu zeigen, wie man es möglicherweise üblicherweise nicht wahrnimmt. Hier zunächst die Bilder.

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Es gibt bei der von mir aktuell bewohnten Wohnung einen Balkon. Der hat ein Geländer. Und da gibt es einen Handlauf. Dieser hat schon von Natur aus eine ganz interessante Oberflächenstruktur. Zudem haben sich darauf verschiedene Flechten und sogar ein wenig Moos angesiedelt.

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Und hier noch ein Blick aus üblicher Distanz.

Handlauf


Klangbild
Bálint Bakfark • Lautenwerke
• O combien est malheureux (Claudin de Sermisy) 
• De mes ennuys (Jacob Arcadelt)
• Dormend‘ un giorno à Baia (Philippe Verdelot)
• Faulte d‘ argent (Josquin Desprez)

István Győri • Laute

Für einmal kommentiere ich hier die Auswahl des Klangbildes. Denn die Musik ist – über eine stimmige klangliche Untermalung hinaus – in verschiedener Weise auf die Bilder bezogen. Die Musik stammt aus dem 16. Jahrhundert und hat zudem einen ausgesprochen ruhigen Charakter. Das passt für mich zu den Flechten, die ja eben nicht wie Pilze aus dem Boden schießen, sondern sich ihre Zeit nehmen. Zudem handelt es sich bei diesen Lautenwerken um Bearbeitungen von Liedern der Renaissance. Auch das Holz, aus dem der Handlauf „geschnitzt“ ist, wurde ja bearbeitet (auf einigen Bildern sieht man Nägel, die als Fremde „eingewandert,“ aber inzwischen gut integriert sind und ja auch sehr zum Zusammenhalt beitragen) – und obwohl das Holz in seiner früheren Baum-Form gestorben ist, wird es durch Flechten und Moose neu belebt (also eine Art Wiedergeburt – re-naissance).


Bilderquellenangabe:
„Alltag“ © Ulli Gau
Handlaufbilder © Random Randomsen

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15 Kommentare zu „Alltag 00003

  1. Wow. Aus der Perspektive betrachtet, sollte der Handlauf lieber so bleiben, wie es ist. Oder?

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    1. Lieben Dank für dein positives Echo. 🙂 Ja, das ist faszinierend und absolut schützenswert. 🐉 Ein Mini-Naturpark, sozusagen.

      Gefällt 4 Personen

  2. Die Bilder sind wunderschön, wie eben die Flechten auch. Ich selbst bin immer wieder angeregt, sie zu fotografieren, kann es nicht lassen, sie zu betrachten. Kleine Kunstwerke, die man im Vorbeigehen nicht wahrnimmt. Sie sind es jedoch Wert!
    Die Musik ist wirklich sehr passend zu diesen feinen Naturwerken, die ruhig wie Steine wirken.

    Beste Grüße,
    Syntaxia

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    1. Danke für die Blumen. 🙂 Ja, es sind in verschiedener Hinsicht faszinierende und zauberschöne Lebewesen. Für mich ist es ein besonderes Geschenk, dass sie meinen unmittelbaren Lebens-Raum teilen. Die eher leisen Lauten-Laute schienen mir mit ihrer Seelenruhe genau dem Charakter dieser Flechten zu entsprechen. 🙂
      Mit herzlichen Grüßen 🐻

      Gefällt 4 Personen

  3. Die Zauberwelt im Kleinen und ich habe ganz viele Gesichter, Fabelwesen mit Knollennase, einen Baumfisch, einen Kußmund, einen Steinbock , Ver-Flechtungen und vieles mehr entdeckt. Die Bilder würde ich gern mit meinem Enkelfratz betrachten, um zu prüfen, ob seine Fantasie mit meiner übereinstimmt.
    Mit kindlichem Betrachtungseifer grüßt Dich vom Dach in Deinen wochenendlichen Alltag, Karin

    Gefällt 5 Personen

    1. Lieben Dank für deine betrachtungsfreudig-phantasiereiche Resonanz. 🙂 Die Idee ist glänzend. Für Kinder ist es doch immer wieder unterhaltsam und anregend, in solchen Bildern allerlei Wesen und Dinge zu entdecken. Wird es mehr Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in der Betrachtung geben? Beides kann spannend und amüsant sein. 😀
      Mit einem verspielten Abendgruß 🐻

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  4. Hach 🙂
    Lieber Random, nun bin ich ja bekennende Flechten- und Moosliebhaberin, umso mehr freuen mich diese grandiosen Bilder von dir von ihnen.
    Du hast Recht Flechten brauchen ihre Zeit und doch gehören sie zu den ersten Lebewesen, die aus dem Meer „ans Land gegangen“ sind, dicht gefolgt von den Moosen und ab da bildete sich die Vegetation auf unserem schönen Planeten. Ich finde dies immer wieder faszinierend. Die Musik dazu bildet den „unaufgeregten“ Teppich zu allem Werden und Vergehen, was ja bei dir nun auch noch vertreten ist, das Geländer wird irgendwann brüchig werden, aber jetzt ist es Wohnort für die Flechten.
    Hab ganz herzlichen Dank für diesen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Ulli

    Gefällt 5 Personen

    1. Herzlichen Dank für deine erfreute Resonanz. 🙂 Ja, diese Flechten-Bilder gehören nun zur Ernte, die du mit deiner Alltags-Idee gesät hast. 😀
      Sehr bewundernswert finde ich bei Flechten auch ihre ausgeprägte Lebenstauglichkeit. Sie kommen ja – wie du aus eigener Anschauung weißt – auch in eher unwirtlichen Gegenden vor.
      Die Flechten haben hier einen prima Lebens-Raum gefunden. Dessen Endlichkeit wird sie, denke ich, nicht stören. Da bleiben sie ganz unaufgeregt. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

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      1. Ja, sie sind und bleiben vollkommen unaufgeregt 🙂 – lernen wir von ihnen …

        Gefällt 1 Person

  5. Bin natürlich ebenfalls sehr angetan von den Fotos und der Musik, lieber Random. Sehr sehr schön. Die Präsentation durch Gucklöcher ist besonders hübsch, es erinnert mich daran, wie ich normalerweise Einzelheiten eines Objekts betrachte: Ich forme aus der Hand ein Guckrohr, durch das ich mit einem Auge schaue (das andere kneife ich zu). So wird alles ausgeblendet, was ich grad nicht beachten möchte, und ich konzentriere mich ganz auf den kleinen Ausschnitt. (kon-zentrieren – rund um ein Zentrum organisieren) .

    Gefällt 4 Personen

    1. Lieben Dank für dein harmonisches Echo. 🙂
      Ja, diese Gucklöcher mag ich auch sehr gern. Irgendwie sind es ja Schlüssel-Löcher. Denn eben die von dir beschriebene Konzentration ist der Schlüssel zu präziserer und intensiverer Wahrnehmung. 🙂
      Mit einem hochkonzentrierten 😉 Abendgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

  6. Oh, das ist ja ein Fest der Farben, Muster und des Leuchtens! Mit deinen Augen den Alltag so zu sehen und zu hören, ist ein großer Reichtum, den du hier wunderbar weitergegeben hast! Mit herzlichem Abendgruß, Petra 😊

    Gefällt 4 Personen

    1. Lieben Dank für deine begeisterte Resonanz. 🙂
      Letztlich ist es ein Fest der Achtsamkeit. Achtsam zunächst in dem Sinn, dass man die Schönheit der Farben und Muster überhaupt wahrnimmt. Wenn man diese Schönheit beachtet, wird man sie auch achten. Und man wird folgerichtig achtsam damit umgehen und sie schützen und bewahren.
      Mit einem festlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 4 Personen

  7. ‚Wow! Die Fotos sind fantastisch. Fast wirken sie wie fremde Welten. Ganz, ganz großes Kompliment.

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    1. Herzlichen Dank. 🙂 Ja, irgendwie ist es genau das – eine faszinierende, eigene Welt. 🙂

      Gefällt 1 Person

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